Das Zenkido®-Dojo  -  Räumlichkeiten und Konzept

Die Zenkido-Dojo-Chronik - Von den Lagerräumen zum Dojo
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Ich möchte im Folgenden ein wenig das Konzept des Dojo erörtern:

 

Das Dojo ist der Ort des Lernens und der Übung einer Kampfkunst. Es ist jedoch weit mehr als ein "Trainingsraum". Das Dojo ist ein Ort, an dem nicht nur die Kampftechniken  gelehrt und gelernt werden, sondern auch die Anteile einen "Raum" haben, die den persönlichkeitsbildenden Aspekten zuträglich sind.

 

Ein Raum macht begreif- und sichtbar, welche innere Haltung und welches Verhalten von demjenigen erwartet wird, der ihn betritt.

Das Training im Rahmen der Workshop-Arbeit an Schulen, Nachmittagsbetreuung, Jugendzentren usw. hat gemäß der räumlichen Rahmenbedingungen einen etwas anderen Schwerpunkt. Eine Turnhalle kann demnach kein Dojo sein, auch wenn viele Vereine zwangsläufig keine anderen Trainingsmöglichkeiten haben.

Das Dojo - insbesondere der primäre Übungsraum - soll ein Ort der Ruhe und Konzentration sein. Sporthallen erzeugen hingegen die Assoziation von Action und Wettkampf.  

 

Der Spaßfaktor soll im Training natürlich nie zu kurz kommen, doch wird darauf geachtet, dass aus Spaß nicht Respektlosigkeit, Unvorsichtigkeit oder Gleichgültigkeit wird.

 

Das Zenkido®-Dojo (Ort, an dem der Weg des Zenkido® gelehrt wird) hat daher folgende Aspekte besonders im Vordergrund:

 

- Respekt und Disziplin

- Ordnung und Sauberkeit

- Verantwortungsgefühl und Verantwortungsübernahme

- Kreativität und Spaß

- Schutz und Gemeinschaft

 

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Räumlichkeiten:

 

Das Zenkido®-Dojo versteht sich somit als Zuhause der Zenkido®-Gemeinschaft. Das Dojo und der Sensei sollen somit auch über das Training hinaus Anlaufstelle sein können. Daher gibt es dort nicht nur einen "großen Übungsraum" sondern ergänzend die Möglichkeit, im Rahmen der Zeiten des "freien Trainings" individuell und eigenverantwortlich alleine für sich oder mit anderen in Partnerübungen die eigenen Einzeltechniken im "kleinen Übungsraum" zu verfeinern, eigene Techniken zu entwickeln oder Anregungen im Medienraum über die verschiedenen Kampfkunstbücher oder die Mediathek zu erhalten. In einem zusätzlichen Funktionsraum kann auch die körperliche Fitness mit entsprechenden Trainingsgeräten gestärkt werden.

Ein Dojo-Büro dient neben der Aktenführung als Anlaufstelle für z.B. Elterngespräche, Beratung, Trainingsanalyse usw.

 

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Regeln:

 

Ungeachtet der Dojo-Etikette, die im Dojokun eine gewisse innere Haltung herausbilden soll, gibt es auch ein paar klare Regeln für den Aufenthalt im Zenkido®-Dojo, die - bei allem Freiraum zur persönlichen Entfaltung - nicht verhandelbar sind:

 

 

1. Respekt steht vor allem.

 

Da es nur dieses eine Dojo gibt, welches Zenkido® repräsentiert, ist es umso wichtiger, dass die Höflichkeit, der respektvolle und rücksichtsvolle Umgang miteinander und die Bereitschaft, grundsätzlich etwas lernen zu wollen, nicht nur in Worten beteuert wird, sondern auch in Handlung umgesetzt wird. Jeder Schüler repräsentiert durch sein Verhalten innerhalb und außerhalb des Dojo auch seinen Sensei (Lehrer). Wer mit Kampfkunsttechniken in der Schule oder in der Freizeit absichtlich jemand anderen verletzt oder bedroht oder damit prahlt, muss damit rechnen, vom Training ausgeschlossen zu werden.

 

Das häufige An- und Abgrüßen (das Verbeugen) während des Trainings ist nicht nur eine unbedachte Geste, sondern soll den Schüler/die Schülerin immer wieder daran erinnern, dass im gemeinsamen Training jeder nicht nur Verantwortung für sich und seinen eigenen Körper trägt, sondern auch die Verantwortung für die Unversehrtheit der anderen mit übernimmt. Das Verbeugen signalisiert  "Achtung, ich bin bereit" ebenso wie "Achtung, sei' bereit."

 

 

2. Trainingsflächen werden nicht mit Schuhen betreten.

 

Das bedeutet, dass jeder die Trainingsmatten als solche zu respektieren hat, ganz gleich ob Schüler, Eltern oder Besucher. In den Aufenthaltsräumen können Schuhe getragen werden, sobald es in die Übungsräume geht, stehen entsprechende Schuhablagefächer zur Verfügung. Auf den Matten selbst wird aus hygienischen Gründen das Training weder barfuß noch in Straßen- oder Sportschuhen durchgeführt, sondern entweder in rutschfesten Socken (Grip-Socken mit Gumminoppen) oder Gymnastikschuhen (mit Gummisohle).

  

 

3. Kein Essen und keine Getränke in den Übungsräumen.

 

Es gibt während des Trainings Trinkpausen, in denen man sich in den Aufenthaltsräumen (oder außerhalb der Mattenfläche) erfrischen kann. Auch gibt es im Küchenbereich die Möglichkeit, bei entsprechend lang ausgelegten Workshops, Lehrgängen oder Trainingseinheiten etwas zu essen. Auf den Trainingsmatten ist jede Form von Getränken (auch Wasser) und Essen jedoch untersagt.

 

 

4. Keine Handynutzung im Dojo.

 

Dies mag zunächst unverständlich und wenig zeitgemäß wirken, ist jedoch Teil des persönlichkeitsbildenden Konzeptes. Selbstverständlich kann man sein Handy bei sich führen und auch außerhalb des Dojo telefonieren, aber in den Räumlichkeiten des Dojo gilt: Handy aus.

 

Das Dojo soll als realer Raum eine innere Haltung sichtbar und begreifbar machen, die sich auf den dort Übenden übertragen soll. Jeder Übende hat ein Recht auf Konzentration, ohne von äußeren Einflüssen abgelenkt zu werden. Die Wahrnehmung des Ortes, an dem eine Erfahrung stattfindet, trägt maßgeblich zur Erinnerung an die Erfahrung selbst bei. Nach aktuellen neurobiologischen Erkenntnissen weiß man, dass virtuell keine Erfahrungen im Gehirn abgespeichert werden und diese Zeit, die sich virtuell beschäftigt wird, zumindest unter dem Aspekt des "Lernens" eine verlorene Zeit ist.

 

Ein Dojo wird von den Menschen genutzt, die sich mit sich selbst, der jeweiligen Kampfkunst und mit seinem Gegenüber auseinandersetzen.

 

Selbstständiges und kreatives Lernen miteinander wird durch das "Abtauchen" in die virtuelle Welt herabgesetzt.  

Sollte es jedoch manchen Schülern schwer fallen, mehr als eine Stunde auf das Smartphone zu verzichten... nun... dann wäre es vielleicht umso angebrachter, dies zu üben. :-)

 

 

5. Für Räumlichkeiten trägt jeder einen Teil Verantwortung

 

Gemeint ist damit, dass keine Unordnung hinterlassen wird und dass auch gemeinsam aufgeräumt wird, was eventuell während des Trainings in Unordnung gebracht wurde.

 

Zenkido®-Schüler/Schülerinnen werden zur Ordnung der Räumlichkeiten aufgefordert.

Wenn jemand etwas im Dojo beschädigt, dann bitte Bescheid sagen, damit man sich darum kümmern kann. Es ist wichtig, dass solche Schäden gemeldet und nicht verheimlicht werden, da sich z.B. beim Benutzen eines beschädigten Trainingsgerätes ansonsten jemand verletzen könnte.

  

 

6. "Yame" bedeutet "Ende".

 

Beim Kommando "Yame" ist eine Technik sofort zu beenden. Dies gilt insbesondere bei Partnerübungen, die - wie Hebeltechniken - Schmerzen verursachen und zu ernsthaften Verletzungen führen können, wenn auf ein "Abklopfen" des Partners oder ein "Yame" nicht augenblicklich reagiert wird.

 

Diese Regel dient vor allem dem Schutz und der Gesundheit der Trainierenden. Jeder hat ein Recht, unverletzt aus Trainingseinheiten zu gehen. Wenn Techniken manchmal mit Schmerzen verbunden sind (und das kann durchaus der Fall sein), dann soll das Signal "Yame" daher rechtzeitig eine Handlung unterbrechen.

 

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